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Fallbeispiel: RFID-Einsatz bei Metro

Die Metro AG ist das führende Handelsunternehmen in Deutschland. Im Jahr 2007 erzielte es einen Konzernumsatz von 65,9 Mrd. EUR. Metro ist in 26 Ländern präsent und expandiert „aggressiv“ in Osteuropa und Asien. Die Metro AG ist in sechs strategischen Geschäftsfeldern aktiv: Metro Cash and Carry, Real, Extra, Media-Saturn, Praktiker und Kaufhof. Mitte der 90er Jahre hat die Metro AG entschieden, die logistische Kontroll-spanne zwischen Händler und Hersteller weitgehend zu übernehmen. Dies hat dazu geführt, dass 1995 die Metro Group Logistics GmbH gegründet wurde, die mit vielen Lieferanten Preise ab Werk ausgehandelt und die logistische Abwicklung bis in die Filiale selber übernommen hat.

Future Store

Aktuell versucht die Metro AG durch innovative Technologien und Konzepte Nutzenpotenziale im Handelsgeschäft zu identifizieren. Die Aktivitäten sind in der Future Store Initiative gebündelt. Logistische Innovationen und der Einsatz von RFID sind ein wesentlicher Teil der Initiative (Futurestore 2007). RFID-Einsatzszenario bei Metro AG Metro setzt auf RFID, um einerseits die Arbeitseffizienz im Supply Chain Prozess, insbesondere im Laden, zu verbessern und andererseits mehr nützliche Informationen zur Verbesserung der Transparenz der Supply Chain beschaffen zu können. In 2003 hat Metro einen herkömmlichen Supermarkt (Future Store) ausgewählt, um dort die Kundenreaktion auf den Einsatz von ausgewählten Technologien zu testen. Im Versuchsmarkt testet Metro RFID bei verschiedenen Produkten, wie zum Beispiel „Philadelphia“-Frischkäse von Kraft Foods, „Pantene“ –Shampoo von P&G und „Mach 3 Turbo-Rasierklingen“ von Gillette.

RFID-Einsatzszenario

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Die RFID-Transponder sind hinter den Etiketten der Produkte oder an der Packung angebracht. Die Supply Chain ist in der folgenden Abbildung dargestellt. Dabei ist der Supply Chain Prozess von der Produktion über den Transport bis zum Future Store aufgezeichnet. Die möglichen RFID-Einsatzbereiche sind detailliert dargestellt. Es sind drei Anwendungssituationen aus dem Distributionsprozess, vom Lager bis zur Filiale und Geschäftsladen des Future Stores ausgewählt.

Die erste Anwendung ist die Warenflusskontrolle mittels RFID. Der unter-suchte Warenfluss verläuft vom Metro-Distributionszentrum bis zum Ver-kaufsraum des Future Stores. Die Anwendung verfolgt Waren auf Case- und Palette-Level. Am Warenausgang des Distributionszentrums und am Wareneingang der Filiale sind stationäre RFID-Reader installiert. Dazu haben die Filialmitarbeiter mobile Handlesegeräte, mit denen sie die Paletten und die Stellplätze scannen, wenn sie Ware im Filiallager zwischenlagern. Die Nummer der Versandeinheit ist auf dem Transponder gespeichert, und dient der eindeutigen Identifikation von Transporteinheiten in der Versorgungskette (Future Store 2007).

Die zweite Anwendung ist die Installation von PDAs und Minicomputern am Einkaufswagen. Der Einkaufswagen ist selbst mit einem Reader und Trans-ponder ausgestattet. Der Reader vom Einkaufswagen erkennt automatisch die in den Wagen gelegten Produkte und identifiziert diese. Passiert der Wagen die Verkaufsregale, werden die Informationen des Wagens auto-matisch durch die Reader in den Verkaufsregalen erfasst (Future Store 2007).

Die dritte Anwendung ist das Smart Shelf. Das Smart Shelf ist ein Verkaufs-regal, das zu jeder Zeit mittels RFID erfasst, wie viele Verkaufseinheiten der einzelnen Artikel zur Verfügung stehen. Jede Verkaufseinheit wird mit einem Transponder ausgezeichnet. Im Regal befinden sich Lesegeräte. Dadurch können die Warenbewegungen im Regal überwacht und registriert werden.

RFID Informationen und Nutzen

In der ersten Anwendung können Informationen über den tatsächlichen Bestand im Lager, Fehlmengen und beschädigte Produkte erfasst werden. Diese Informationen ermöglichen eine Vollerhebung des Nachschub-prozesses. Fehlgelieferte Paletten können sofort registriert und unmittelbar returniert werden. Während des Transportes wird die Kühltemperatur mit Hilfe von RFID und Temperatursensoren ständig überwacht und dokumentiert. Es kann genau festgestellt werden, wo die Kühlkette unter-brochen ist. So können die Ursachen über verdorbene Produkte identifiziert werden und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

In der zweiten Anwendung speichert der Transponder Produktinformationen wie Namen, Hersteller und Haltbarkeitsdatum. Der im Wagen integrierte Transponder enthält Informationen wie die Identifikationsnummer und den Typ des Wagens. Darüber hinaus können Informationen über die Verweilzeit der Produkte im Wagen und die gekauften Produkte erfasst werden. Diese dienen der Optimierung der Warennachschubstrategien. Insbesondere bei den Produkten die schnell verderblich sind, sind genaue Informationen über die tägliche Verkaufsmenge für die Wiederbeschaffung wichtig. Wenn der Kunde mit dem Einkaufswagen Verkaufsregale passiert, kann die „Instore Shopping Route“ automatisch erfasst werden. Sind die Einkaufsdaten mit den Daten einer EC- oder einer Kundenkarte kombiniert, kann der Händler Kundenprofile erstellen und die gewonnenen Erkenntnisse über das individuelle Kaufverhalten für gezielte Werbung einsetzen. In der dritten Anwendung können zusätzliche Informationen über den genauen Regalbestand und Fehlbestückungen gewonnen werden. Die automatische Erfassung von Produkten durch das Smart Shelf ermöglicht die automatische Verfolgung der einzelnen Artikel vor dem POS und kann so den Diebstahlschutz unterstützen. Ein automatisierter Warennachschub ist auch möglich, in dem die erfasste Bestandszahl im Zeitverlauf mit den POS-Daten und den Nachschublieferungen abgeglichen wird. Die Fehl-bestückungen können automatisch erkannt und mit Hilfe elektronischer Auszeichnungsschilder automatisch angepasst werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum und weitere Produktattribute können abgefragt werden. So ist es möglich, das Verfallsdatum, den Verkaufspreis der Produkte und die damit verbundenen Verkaufsaktionen dynamisch zu bestimmen. Darüber hinaus können zusätzliche Informationen über die Kundenreaktionen auf die in der Promotion eingesetzten Werbemedien, wie zum Beispiel Prospekte und Testprodukte durch Erfassung der Bewegungen der Werbemedien gewonnen werden. Somit kann die Wirkung der eingesetzten Werbemedien besser beurteilt werden und bei der nächsten Verkaufsaktion berücksichtigt werden.

Behobene Informationsdefizite

Der Einsatz von RFID und anderen Technologien ermöglicht dem Future Store mehr nützliche Informationen zu beschaffen als dies durch Barcodes möglich ist. Die aus den drei Anwendungssituationen gewonnenen Informationen sind anhand der Kriterien „zeitlich effizient“ und „inhaltlich effektiv“ in der folgenden Tabelle bewertet.

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Ein Teil der festgestellten Informationsdefizite kann durch die RFID-Technologie bei Metro geschlossen werden.